MBSR – mindfulness-based-stress-reduction
Heute geht es um MBSR, achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung. Ich biete sie sowohl als kompletten Kurs als auch auf privater Basis für einzelne Personen an. Meine nächsten Texte beinhalten eine kurze Einführung in das Thema. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte mich ansprechen oder anschreiben.
MBSR im Kurs oder auf privater Basis:
Begründet wurde das MBSR-Konzept in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch Jon Kabat-Zinn, einem amerikanischen Wissenschaftler, um chronifizierten Schmerzpatienten hilfreiche therapeutische Bewältigungs-Strategien anzubieten. Das Konzept mit dem Namen MBSR bedeutet mindfulness-based-stress-reduction (achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung) und es wurde zu einem Durchbruch in der Schmerztherapie und auf andere Formen von stressbedingten Störungen erweitert.
In dem Center for Mindfulness wurde ein Programm entwickelt, das bald weltweit verbreitet wurde und damals wie heute Grundlage von wissenschaftlichen Forschungen und Studien ist.
Der Grundgedanke ist die Überzeugung:
Menschen haben mehr Stärken als Schwächen. MBSR schaut auf das, was O-K. ist,
auf die Ressourcen und Potentiale, ohne individuelle Einschränkungen zu ignorieren. Das Konzept lehrt die Menschen, ihre Fähigkeiten und Ressourcen zu erkennen und sie zu nutzen, um gelassener durch den Alltag zu kommen. Das Heilende daran ist die Erkenntnis, dass sich durch eine besondere Form von Achtsamkeit der Blick weitet. Wir lernen im Alltag wahrzunehmen, was uns zuvor oft entgangen ist, und nutzen bislang unentdeckte Kompetenzen, um innere Balance im Leben zu etablieren.
Der Psychologe Daniel Simons hat in zahlreichen Experimenten dokumentiert, in welchem Ausmaß uns scheinbar offensichtliche Dinge entgehen, wenn wir im Zustand des Autopiloten durch unseren Alltag navigieren.
In einer Studie ließ er einen Schauspieler einen ganz normalen Passanten auf der Straße fragen, ob er ihm den Weg zu einer bestimmten Adresse erklären könne. Während der Passant ihm antwortete, drängten sich zwei Leute, die eine Türe trugen, rüde dazwischen. In dem Augenblick, in dem die Türe die Sicht versperrte, wurde der Schauspieler durch einen anderen ausgetauscht. Dieser sah völlig anders aus. Die Jacke war anders geschnitten und hatte eine andere Farbe. Die Haare und die Frisur war anders und auch die Stimme klang völlig anders. Trotzdem merkte nur etwa die Hälfte die Teilnehmer, dass der eine Mann gegen einen anderen ausgetauscht worden war.
Der Autopilot kann uns im Alltag in die Irre führen, aber dennoch ist er kein Fehler. Er entlastet das Gehirn, indem er uns Routineaufgaben im Autopiloten wie Schnürsenkel binden oder einkaufen automatisch erledigen lässt. Wir können sie ganz nebenbei erledigen können. Unsere Aufmerksamkeit steht dann für komplexere Aufgaben zur Verfügung.
Allerdings hält uns der Autopilot auch in festgefahrenen Handlungs- und Denkmustern fest, die zu Stress und Unausgeglichenheit führen können. Wir tun, was wir immer getan haben, und zwar auch dann, wenn wir mit unseren gewohnten Handlungen in Stress geraten können. Gewohnheiten und Handlungen können dadurch Macht über unsere Lebensgestaltung bekommen.
Wenn wir lernen, achtsamer zu sein, merken wir auch, wenn der Autopilot das Ruder übernimmt. Wir können dann den Prozess umkehren und entscheiden:
• ist es gerade sinnvoll, dem Autopiloten nachzugeben, oder:
• was ist gerade geeigneter, um innere Gelassenheit zu fördern.
Der Alltag ist oft wie das Wetter: unbeständig, denn es können Stürme in uns, aber auch in unserem näheren oder weiteren Umfeld aufziehen. MBSR lehrt uns, wie wir uns und unsere innere Balance schützen können, auch dann, wenn der Alltag holprig wird. Wie? Das erklären weitere Details in den nächsten Tagen.