Werte und Ziele im Leben definieren und ihnen folgen
Wer nach „wie müssen Ziele und Werte sein“ sucht, stößt schnell auf verschiedene Modelle, mit denen es leichter fällt, herauszufinden, was ihm im Leben wichtig ist. Möglicherweise ist dann eine Korrektur nötig, weil die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu groß erscheint. Dabei waren wir uns, als wir Kinder waren, unserer Träume durchaus bewusst. Schule, Ausbildung, Normen, Regeln, die Konfrontation mit der Realität der Existenz-Sicherung haben unsere Prioritäten verschoben und oft fühlen wir uns gezwungen, unsere Träume auf einen späteren Zeitpunkt zu aufzuschieben.
Eine australische Krankenschwester, die todkranke Menschen jahrelang begleitet hat, stellte ihren Patienten immer wieder die Frage: „Gibt es etwas, was Sie in Ihrem Leben bereuen oder lieber anders gemacht hätten?“ Aus den Antworten der befragten Menschen ist dann ein Buch-Bestseller entstanden: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Ein Auszug daraus:
1.
„Ich hätte mehr mein eigenes Leben führen sollen, anstatt mich von den Erwartungen der anderen leiten zu lassen.“
2.
„Ich hätte mehr Mut haben sollen, meine Gefühle zu zeigen.“
3.
„Ich hätte meine Freundschaften mehr pflegen und mit meinen Freunden in Kontakt bleiben sollen.“
4.
„Ich hätte nicht so viel arbeiten sollen.“
5.
„Ich hätte mir mehr Freude gönnen sollen.“
Es ist sinnvoll, einmal über diese Aussagen nachzudenken und zu überlegen, ob mache dieser Aussagen auf das eigene Leben zutreffen könnten. Wenn ja, sollte man beginnen, Korrekturen im eigenen Leben vorzunehmen und den eigenen Werten mehr Bedeutung geben.
Die ACT-Therapie (Acceptance Commitment Therapy) bietet eine ähnliche Übung an, um sein Leben zum jetzigen Zeitpunkt wert-orientierter zu gestalten. Eine Imagination zum Thema:
„Es ist dein 80-jähriger Geburtstag. Verwandte und Freunde von dir haben sich zu einer Feier zusammengefunden, um deinen Ehrentag mit dir zusammen zu begehen. Ein guter Freund, der dich seit vielen Jahren begleitet, hat sich bereit erklärt, eine Rede zu halten. Darin erzählt er, was für ein besonderer Mensch du bist, was du alles im Leben erreichst hast, welche Werte und sozialen Kompetenzen du hast, wie es dir gelungen ist, eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln und dein Leben in entspannter Balance zu halten. Was sagt er wohl in seiner Rede?
Eine weitere Übung lautet: ein perfekter Tag:
1.
Frage dich: wie würde mein perfekter Tag aussehen? Spiele den perfekten Tag in deinen Gedanken durch, beginnend vom Morgen bis zum Abend. Lass deine Gedanken schweifen, ohne dich selbst einzuschränken, z.B. dadurch, dass deine Vorstellungen vielleicht fernab von jeder Realität sind. Es spielt auch keine Rolle, ob die imaginierte Situation je eintrifft. Diese Übung kann ergänzt werden durch eine imaginative Unterhaltung zwischen 3 Personen: dem Träumer (=Visionär), dem Realisten und dem Verwirklicher/Vermittler.
Gerne können wir die Übung zusammen in meinem Studio machen.
2.
Halte auf einem Blatt Papier schriftlich fest, was deinen perfekten Tag ausmacht. Schildere ihn so detailreich und positiv-emotional wie möglich. Die Amygdala (unser Mandelkern im Gefühlszentrum) versteht zwar keine Kognitionen oder reale Argumente, aber sie speichert Emotionen ab und reagiert darauf mit Handlungsimpulsen. Positive Emotionen aktivieren folglich positive Handlungen.
3.
Die Schilderung deines perfekten Tages lässt dich erkennen, welche Werte du hast und was dir wichtig im Leben ist, auch wenn es noch nicht der Realität entspricht.
4.
Die besonderen Wünsche können dann in einer sog. Bucket-List notiert werden. Diese Bucket-List heißt übersetzt „Löffelliste.“ Sie beinhaltet deine Ziele, Träume und geplante Aktivitäten, bevor du „den Löffel abgibst“ und dein Leben beendest.
5.
Lege deine Bucket-List dann beiseite und lies sie immer mal wieder, damit du dich daran erinnerst und deine Ziele und Wünsch zu Wegweisern im Leben werden.
Wenn du dich fragst, wie du dich praktisch deinen Werten und Zielen annähern könntest, so biete ich dir 2 Möglichkeiten an:
1.
die Verhaltenstherapie arbeitet mit verschiedenen Modellen, die dich dabei unterstützen, herauszufinden, was dir im Leben wichtig ist und wie du deine Werte in erreichbare Ziele umwandeln kannst.
2.
Achtsamkeits-Yoga lehrt dich, innere und äußere Spannungen abzubauen, belastende körperliche und emotionale Erfahrungen abzubauen einen Zustand von innerer und äußerer Balance zu kultivieren.
Als Instrumente setze ich ein:
*Asanas zum körperlichen und emotionalen Spannungsabbau
*Bewegungsabläufe als Erst-Maßnahme, um zur Ruhe zu kommen
*Atemtechniken, um Ängste/Stress usw. abzubauen und innere Ruhe zu etablieren
*Tiefenentspannung – wie der Name sagt: Entspannung auf allen Ebenen
*Meditation, um einen permanenten Zustand innerer und äußerer Balance zu
fördern.
Gerne können wir uns zu einem kostenlosen Erstgespräch, auch am Wochenende, miteinander verabreden.